Zum Inhalt springen

Über den Autor

Diese Seite sagt, wer hinter dem Einheiten-Erfassungsbogen steht und woraus die fachliche Grundlage kommt. Sie ist bewusst knapp und nennt nur, was überprüfbar ist — auch dort, wo die Antwort unbequem ist.

Johannes Rudolph in blauer THW-Einsatzkleidung auf dem Gelände eines THW-Ortsverbands, dahinter Fahrzeuge und Anhänger.
Johannes Rudolph, Fachzug Führung und Kommunikation. Foto: privat.

Kurz gesagt

Der Erfassungsbogen ist neben dem Dienst entstanden, nicht am Reißbrett. Johannes Rudolph ist seit 2007 beim Technischen Hilfswerk, seit 2011 im Fachzug Führung und Kommunikation: Gruppenführer der Fachgruppe Kommunikation, ausgebildeter Zugführer und Sachgebietsleiter, Bereichsausbilder für Sprechfunk. Beruflich arbeitet er an der Digitalisierung von Abläufen und Prozessen. Aus beidem kommt die Grundentscheidung dieses Projekts: einzelne Schritte im Einsatz digitalisieren, wo es Zeit spart — und die Rückfallebene Papier dabei nicht aufgeben. Das Projekt ist ehrenamtlich, quelloffen und ohne kommerzielles Interesse.

Seit 2007 im Technischen Hilfswerk

Mein Name ist Johannes Rudolph. Seit 2007 bin ich beim Technischen Hilfswerk, seit 2011 im Fachzug Führung und Kommunikation. Dort führe ich die Fachgruppe Kommunikation als Gruppenführer; ausgebildet bin ich außerdem als Zugführer und als Sachgebietsleiter.

Als Bereichsausbilder für Sprechfunk gebe ich die Ausbildung im Bereich weiter: Lehrgänge vorbereiten, Ausbildungsabende halten, Prüfungen abnehmen. Der Unterschied zum eigenen Lehrgang ist die Wiederholung — man sieht dieselben Fehler bei vielen verschiedenen Gruppen und erkennt, welche davon an der Person liegen und welche am Verfahren. Aus dieser Ausbildungspraxis stammt auch mein zweites Projekt, der Sprechfunk-Übungsgenerator.

Der Fachzug FK stellt im Einsatz die Führungsunterstützung: Verbindungen aufbauen und betreiben, die Führungsstelle einrichten, Lage und Kräfte für die Führung zusammenführen. Wer dort ein Sachgebiet oder einen Zug führt, hat mit Stärkemeldungen nicht gelegentlich zu tun, sondern ständig — sie sind das Material, aus dem die Lage überhaupt erst entsteht.

Daher die Perspektive dieses Projekts. Ein Erfassungsbogen ist kein Formular für den Aktenschrank, sondern eine Zulieferung: Einer meldet, ein Zweiter zählt zusammen, ein Dritter entscheidet. Was dabei schiefgeht, geht selten am Vordruck schief. Es geht an der Übergabe zwischen diesen dreien schief — an unleserlichen Zahlen, an doppelt gemeldeten Einheiten, an Summen, die niemand nachrechnen kann. Genau dort setzt die App an, und deshalb hat sie mit dem Meldekopf eine eigene Seite für die Gegenseite der Meldung.

Beruflich: Digitalisierung von Abläufen

Beruflich beschäftige ich mich mit der Digitalisierung von Abläufen und Prozessen. Das ist der zweite Teil der Antwort auf die Frage, warum es diese App in dieser Form gibt.

Digitalisierung im Einsatz scheitert selten an der Technik. Sie scheitert daran, dass ein Werkzeug den ganzen Ablauf beansprucht: Wer einsteigt, muss alles darüber machen — und wenn es ausfällt, steht der Ablauf. Das kann man sich im Einsatz nicht leisten.

Deshalb dieser Zuschnitt: punktuell digitalisieren, dort wo es messbar Zeit spart — die Stammdaten, die man bei jeder Meldung neu schreibt; das Zusammenzählen; die Übergabe an die nächste Stelle. Und daneben die Rückfallebene behalten: Der Bogen ist und bleibt ein Blatt Papier. Die App druckt den gewohnten Vordruck als PDF, und der QR-Code auf dem Blatt macht dasselbe Blatt zusätzlich maschinenlesbar. Fällt Strom, Netz oder Gerät aus, wird auf Papier weitergearbeitet; was auf Papier steht, kommt später ohne Abtippen zurück ins Digitale. Der Vergleich der drei Wege steht auf Papier oder digital?

Effizient heißt hier auch: kein Server, kein Konto, keine Beschaffung, kein Projekt, das erst genehmigt werden muss. Wer die Seite aufruft, kann anfangen. Was das technisch bedeutet und welche Daten wo liegen, steht unter Open Source und Technik.

Woher die Beispielbögen stammen

Hier die unbequeme Antwort: nicht aus meinem eigenen Dienstalltag. Die über 400 mitgelieferten Beispielbögen sind Auswertungen veröffentlichter Vorschriften — Katastrophenschutzverordnungen der Länder, Feuerwehrverordnungen, Stärke- und Ausstattungsnachweisungen und veröffentlichte Gliederungen der Hilfsorganisationen. Wo eine Vorschrift eine Einheit mit Stärke, Funktionen und Fahrzeugen beschreibt, ist daraus ein vorbelegter Bogen geworden.

Das hat eine Folge, die man kennen sollte: Die Bögen geben wieder, was in der Vorschrift steht — nicht, was in deinem Landkreis tatsächlich auf dem Hof steht. Sie sind als Startpunkt gedacht: laden, an die eigene Einheit anpassen, als eigene Vorlage speichern. Welche Verordnung hinter einem Satz Bögen steht, nennt die jeweilige Seite; für die Länder sind das die zwölf Seiten unter Katastrophenschutz der Länder.

Wo eine Verordnung sich selbst widerspricht — das kommt vor, etwa bei Stärkeangaben, die nicht zur aufgeführten Besatzung passen —, steht das auf der betreffenden Seite und wird nicht stillschweigend geglättet.

Was dieses Angebot ist und was nicht

Der Einheiten-Erfassungsbogen ist ein privates, ehrenamtliches Projekt. Er ist kein Angebot des THW, keiner Feuerwehr, keiner Hilfsorganisation und keiner Behörde, und er gibt keine amtliche Auskunft. Maßgeblich sind im Zweifel immer die geltenden Dienstvorschriften und die Festlegungen deiner eigenen Organisation.

Wenn dir ein Fehler auffällt — in einem Beispielbogen, in einer Verordnungsauswertung oder in der App selbst —, schreib mir: johannes.rudolph@thw-oldenburg.de. Korrekturen sind willkommen; der Quellcode liegt vollständig offen auf GitHub, die Anbieterkennzeichnung steht im Impressum.

Selbst ausprobieren

Die App läuft im Browser, ohne Anmeldung und ohne Installation; alle Daten bleiben auf deinem Gerät. Einstiege für deine Organisation: THW, Feuerwehr, DRK, DLRG, Katastrophenschutz der Länder — und für die Gegenseite der Meldung: Meldekopf digital.

Bogen jetzt ausfüllen

Häufige Fragen zum Autor

Welche Qualifikation steht hinter den Inhalten?

Johannes Rudolph ist seit 2007 beim Technischen Hilfswerk, seit 2011 im Fachzug Führung und Kommunikation: Gruppenführer der Fachgruppe Kommunikation, ausgebildeter Zugführer und Sachgebietsleiter, Bereichsausbilder für Sprechfunk. Beruflich arbeitet er an der Digitalisierung von Abläufen und Prozessen.

Ist der Einheiten-Erfassungsbogen ein offizielles Angebot des THW?

Nein. Es ist ein privates, ehrenamtliches Projekt ohne amtlichen Charakter — weder vom THW noch von einer Feuerwehr, einer Hilfsorganisation oder einer Behörde. Maßgeblich sind die geltenden Dienstvorschriften und die Festlegungen der eigenen Organisation.

Woher stammen die Beispielbögen?

Aus der Auswertung veröffentlichter Vorschriften: Katastrophenschutz- und Feuerwehrverordnungen der Länder, Stärke- und Ausstattungsnachweisungen und veröffentlichte Gliederungen der Hilfsorganisationen. Sie geben wieder, was in der Vorschrift steht — nicht den Bestand vor Ort. Welche Vorschrift hinter einem Satz Bögen steht, nennt die jeweilige Seite.

Ersetzt die App das Papier?

Nein — sie erzeugt es. Die App druckt den gewohnten Vordruck als PDF; der QR-Code auf dem Blatt macht dasselbe Blatt zusätzlich maschinenlesbar. Fällt Strom, Netz oder Gerät aus, wird auf Papier weitergearbeitet. Der Vergleich der Wege steht unter Papier oder digital?

Was kostet die App und wer pflegt sie?

Nichts. Die App ist freie Software unter der EUPL-1.2 — kostenlos, ohne Konto, ohne Bezahlschranke und ohne Werbung; der Quellcode liegt offen auf GitHub. Entwickelt wird sie ehrenamtlich, neben dem eigenen Dienst.

Bogen jetzt ausfüllen

Kostenlos, ohne Anmeldung, alle Daten bleiben auf deinem Gerät.